Warum ausführliche Sehtests und Augenuntersuchungen so wichtig sind
Regelmäßige Kontrollen der Augen bei Kindern
Wenn die Augen Ihres Kindes Hilfe brauchen
Ab wann können Kinder Kontaktlinsen tragen?
Was sind die Vorteile von Kontaktlinsen gegenüber Brillengläsern?
Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen
Allgemeine Ratschläge für gutes Sehen im Alter
Über 80 % aller Säuglinge werden weitsichtig geboren - können also Dinge in weiteren Entfernungen besser sehen als jene in der Nähe. Ungefähr 5 % sind bei der Geburt kurzsichtig und können in der Nähe besser sehen als in der Ferne. Bei den restlichen 15 % arbeiten die refraktiven (lichtbrechenden) Elemente des Auges bereits einwandfrei - sowohl die Hornhaut als auch die Augenlinse bündeln das Licht exakt auf die Netzhaut. Die Weitsichtigkeit nimmt normalerweise ab, während das Kind älter wird, und ist im Alter von 7-8 Jahren verschwunden oder auf ein Minimum reduziert.
Während das Vorkommen von Weitsichtigkeit in diesem Alter abnimmt, steigt die Anzahl der Kinder, die eine Kurzsichtigkeit entwickelt haben. Viele Schulkinder und Jugendliche bemerken die Kurzsichtigkeit, wenn sie beim Lesen an der Tafel Schwierigkeiten haben. Kurzsichtigkeit tritt normalerweise vor dem 20. Lebensjahr auf.
Die Augen von Schulkindern sind im Klassenzimmer ständig gefordert. Wenn also das Sehen nicht einwandfrei funktioniert, wird das Lernen in der Schule und zu Hause sowie die aktive Teilnahme am Unterricht anstrengend und mühsam - das Kind verliert nicht selten die Lust am Lesen oder hat eine unschöne Schrift, und die Leistungen verschlechtern sich ohne ersichtlichen Grund.
Gutes Sehen vereint viele verschiedene Fähigkeiten des Sehapparates, die zusammen dem Kind nicht nur scharfes Sehen ermöglichen, sondern auch dafür sorgen, dass das Gesehene auch richtig interpretiert wird.
Das Sehen in der Nähe. Die Fähigkeit, durch Akkomodation in nahen Entfernungen scharf und bequem zu sehen, v.a. in der Hauptarbeitsentfernung zum Schultisch. Das Sehen in der Ferne. Dinge an der Tafel oder vom Overhead-Projektor müssen bequem und ohne Ermüdung scharf gesehen werden.
Binokularsehen. Beide Augen müssen einwandfrei zusammenarbeiten, um bequemes Sehen und auch um räumliches Sehen zu ermöglichen.
Die Beweglichkeit der Augenmuskulatur. Die Augen müssen akkurat Objekte fixieren können, sich weich über eine Buchseite von Zeile zu Zeile bewegen und schnell und präzise von einem Objekt zum anderen springen können.
Das periphere Gesichtsfeld. Das äußere Gesichtsfeld beim Blick geradeaus muss völlig intakt sein, um Bewegungen, die sich am Rande des (scharf gesehenen) Blickfeldes abspielen, sofort zu erkennen.
Die Koordination von Augen und Händen. Augen und Hände müssen gemeinsam benutzt werden können.
Sollte eine dieser Fähigkeiten fehlen, nicht vollständig funktionieren oder ein anderer Sehfehler vorliegen, müssen die Augen des Kindes dies aktiv ausgleichen (soweit möglich). Das wiederum kann zu Kopfschmerzen, schnellem Ermüden oder anderen Augenproblemen führen.
Verlassen Sie sich nicht auf die Routinesehtests der Schulen. Ihr Kind mag zwar den offiziellen Sehtest bestanden haben, aber ob die anderen fürs Lernen wichtigen Aufgaben von den Augen voll erfüllt werden, kann erst durch eine ausführliche Augenglasbestimmung festgestellt werden.
Die Schulsehtests sind sehr wichtig, sollten aber kein Ersatz für eine eingehende Überprüfung der Augen sein.
Sie können mithelfen, Ihrem Kind stets optimales Sehen zu ermöglichen und es so vom visuellen Stress bei den Schularbeiten befreien.
Seien Sie für Anzeichen empfänglich, die auf Probleme Ihres Kindes beim Sehen hindeuten könnten. Dazu zählt:
Vergewissern Sie sich außerdem, dass beim Lesen und Lernen der Arbeitsplatz Ihres Kindes immer optimal beleuchtet ist.
Tisch und Stuhl sollten ergonomisch (dem Körper entsprechend) geformt sein und die richtige Größe für eine bequeme Haltung haben. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind regelmäßige Lernpausen während des konzentrierten Arbeitens einlegt.
Erholungspausen sollte Ihr Kind auch einlegen, wenn es mit einem Computer arbeitet oder Videospiele macht. Sollte Ihr Kind täglich mehrere Stunden vor dem Computer sitzen, fragen Sie Ihren Augenarzt nach Möglichkeiten, wie Sie das Sehen Ihres Kindes trotzdem schützen können.
Wenn es sich nicht vermeiden lässt, so sollte das Fernsehen doch zumindest für die Augen so sicher wie möglich sein:
Der ganze Raum sollte eine weiche Beleuchtung haben. Platzieren Sie den Fernseher so, dass keine störenden Reflexe oder Blendungen auftreten.
Der Abstand vom Fernsehbildschirm sollte mindestens das Fünffache der Bildschirmbreite betragen.
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind die schulfreie Zeit auch mit Sport und kreativer Beschäftigung verbringt. Beides kann das einwandfreie Funktionieren des Sehapparates positiv unterstützen.
Bleibe fern von den Zielscheiben für Dart, Pfeil&Bogen, und hüte dich vor allen spitzen Flugobjekten!
Laufe niemals mit spitzen Gegenständen in der Hand, und werfe sie niemals einem anderen zu!
Schütze deine Augen mit einer Schutzbrille, wenn du mit Chemiebaukästen, Werkzeugen und Haushaltschemikalien hantierst! (Anmerkung: Überzeugen Sie sich, dass Ihr Kind für den Umgang mit gefährlichen Stoffen reif genug ist, und sorgen Sie immer für die richtige Beaufsichtigung.)
Da eine Veränderung des Sehens oft schleichend eintritt, wird sie oft nicht rechtzeitig bemerkt. Deshalb sollten die Augen und die Sehfähigkeit Ihres Kindes regelmäßig, auch wenn alles "in Ordnung" zu sein scheint, einmal im Jahr gründlich untersucht werden.
Nachdem der Augenarzt oder Augenoptiker die Ergebnisse der ausführlichen Augenglasbestimmung ausgewertet hat, wird er Ihrem Kind eventuell Brillengläser, Kontaktlinsen oder andere Spezialbehandlungen verordnen. Vielleicht bekommt Ihr Kind eine Leseunterstützung oder Prismen (z.B. wenn die beiden Augen nicht richtig zusammenarbeiten). All dies muss letztendlich der Fachmann entscheiden.
Sehschule wird in solchen Fällen empfohlen, die mit Gläsern oder Kontaktlinsen alleine nicht ausreichend behandelt werden können. So können z.B. eine schlechte Augenkoordination und -bewegung, ein unterdrücktes Auge oder Wahrnehmungsschwierigkeiten behoben oder verbessert werden.
Ihre Sorge und Ihre Aufmerksamkeit für das Sehen Ihres Kindes können dessen Zukunft bereichern. Ihr Kind lernt von Ihnen, auf seine Augen und sein Sehen ein Leben lang zu achten.
Von den heutigen Kindern und Jugendlichen wird viel verlangt. Sie sollen in der Schule gute Noten haben, im Sport erfolgreich sein, ein Musikinstrument beherrschen und vielleicht auch noch in einem Nebenjob ihr Taschengeld aufbessern. Außerdem wollen sie ihre Freizeit selbstständig gestalten und immer "cool" bleiben. Für diese vielfältigen Ansprüche könnten Kontaktlinsen die optimale Versorgung sein.
Viele Eltern wissen vielleicht noch nicht, dass die heutige Generation der Kontaktlinsen wesentlich komfortabler und pflegeleichter geworden ist. Zudem gibt es eine große Auswahl an Kontaktlinsen, angefangen bei Ein-Tages-Kontaktlinsen über torische Weichlinsen (speziell für Menschen mit Astigmatismus) bis hin zu farbigen Kontaktlinsen für jede Gelegenheit. Mit anderen Worten: Es gibt sicher auch Kontaktlinsen für die ganz individuellen Bedürfnisse Ihres Kindes.
Wann Ihr Kind mit dem Tragen von Kontaktlinsen beginnen kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Aber im Alter von 11-13 Jahren sind Kinder in ihrer Reife und Koordinationsfähigkeit meist so weit, dass sie ohne weiteres mit der Pflege und dem Umgang mit Kontaktlinsen zurechtkommen können. Die Motivation, Kontaktlinsen zu tragen, spielt natürlich eine wesentliche Rolle dabei. Letztendlich sollte Ihr Kontaktlinsenspezialist entscheiden, ab wann Ihr Kind Kontaktlinsen tragen kann.
Brillengläser können, vor allem beim Sport, die Bewegungsfreiheit erheblich einschränken. Nicht so Kontaktlinsen.
Auch fallen störende Draht- oder Kunststoffgestelle weg, und das Gesichtsfeld wird nicht wie bei Brillengläsern eingeschränkt. Durch Brillengläser wird das Bild am Rand oft, je nach Stärke und Art der Gläser, stark verzerrt, und die Größe des Bildes verändert sich gegenüber der Realität. So bewirken starke Minusgläser (bei Kurzsichtigkeit) eine Verkleinerung des Bildes. Dadurch entsteht am Rand des Blickfeldes ein ringförmiger Bereich von Doppelbildern. Stärkere Plusgläser (bei Weitsichtigkeit) hingegen bewirken eine Vergrößerung der angeblickten Objekte, und am Rand des Blickfeldes bildet sich ein ringförmiger Ausfall des Gesichtsfeldes - das so genannte Tunnelsehen. Diese Phänomene haben mit der Geometrie der Brillengläser und dem Abstand der Gläser vom Auge zu tun und werden mit zunehmender Stärke als immer störender empfunden.
Mit Kontaktlinsen, die ja dem Auge direkt anliegen, können diese negativen Eigenschaften von Brillengläsern völlig vermieden werden. Mit einer Kontaktlinse sind sowohl Dimensionen als auch Perspektiven und Gesichtsfeld fast* identisch mit dem natürlichen Sehen.
Nebenbei können Kontaktlinsen nicht beschlagen oder von der Nase rutschen. Sie verursachen keine lästigen Druckstellen hinter den Ohren und können bei Unfällen keine Gefahr für Augen und Gesicht werden.
*Fast, weil sich auch die Kontaktlinse in einem minimalem Abstand von der optischen Hauptebene des Auges entfernt befindet.
Die häufigsten Änderungen im Sehen ereignen sich in den frühen und späten Jahren des Lebens. Obwohl manch einer erst nach seinem 20. Lebensjahr feststellt, dass er kurzsichtig ist, stabilisiert sich die Fehlsichtigkeit in der Regel bis zum 21. Lebensjahr. Von da an bis zum Alter von 40 Jahren ergeben sich eigentlich am Sehen keine drastischen Änderungen mehr.
Nichts destotrotz sollten Sie auch in dieser Zeit, vor allem ab 35, Ihre Augen in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen. Ungefähr mit 40 werden Sie vielleicht bemerken, dass diffizile Arbeiten und auch das Lesen etwas mühseliger werden. Sie bekommen das Gefühl, Ihre Arme würden zu kurz werden. Diesen Zustand nennt man Jungpresbyopie. Presbyopie kommt aus dem Griechischen und bedeutet wenig charmant "altes Auge".
Das Sehen in der Nähe verschlechtert sich, da die kristalline Linse, ein wesentlicher Bestandteil des Sehapparates, mit der Zeit ihre Flexibilität verliert. Dadurch wird die Fähigkeit des Auges, sich auf nahe Entfernungen einzustellen, eingeschränkt.
Mit 45 benötigt eigentlich jeder eine Unterstützung für die Nähe. Wenn zudem eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit vorliegt, werden Ihnen Bifokal- oder Gleitsichtgläser empfohlen werden. Damit können Sie sowohl in der Ferne als auch in der Nähe wieder scharf sehen. Es gibt auch Bifokal- oder Gleitsicht-Kontaktlinsen oder Sie können Monovision ausprobieren: Dabei wird ein Auge mit der Fernkorrektion, das andere mit der Nahkorrektion versorgt.
In jedem Alter kommt es vor, dass man manchmal mouches volantes sieht. Mouche volante ist französisch und heißt Fliege.
Dieser Ausdruck kommt daher, dass das beobachtete Phänomen im Gesichtsfeld umherzufliegen scheint. Man meint winzig kleine Teilchen im Auge schweben zu sehen, die aussehen wie Spinnweben, Sandkörner oder Ähnliches. Diese Teilchen werden ab ca. 35 eventuell öfter wahrgenommen. Die Ursache dieses Effektes liegt im so genannten Glaskörper des Auges.
Der Glaskörper ist ein kugeliges, gelartiges Gebilde, das dem Auge von innen Halt gibt. Mit der Zeit wird das Gewebe des Glaskörpers teilweise etwas flüssiger.
Wenn das Licht durch solche Stellen im Auge fällt, macht sich das als mouche volante bemerkbar. Obwohl das Phänomen nicht außergewöhnlich ist, sollte man es beim Besuch des Augenarztes erwähnen und den Glaskörper beobachten lassen. Besonders wenn man plötzlich eine besonders große Anzahl der mouches volantes bemerkt, sollte man auf keinen Fall zögern, den Augenarzt aufzusuchen.
Regelmäßige Augenuntersuchungen bei Erwachsenen sind gerade deshalb besonders wichtig, um rechtzeitig das Auftreten eines Glaukoms noch im frühen Stadium festzustellen und gegebenenfalls zu behandeln.
Ein Glaukom tritt auf, wenn der innere Augendruck ansteigt und so die dünnen Arterien im Inneren des Auges abgeschnürt werden. Durch diese Arterien wird die Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Wenn diese Versorgung unterbrochen wird, kann es zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung kommen, wenn dem nicht frühzeitig entgegengewirkt wird.
Die Entwicklung eines Glaukoms kann gestoppt oder verlangsamt, aber nicht rückgängig gemacht werden. Deshalb ist die Vorsorge hier besonders wichtig. Die Behandlung erfolgt oft mit speziellen Augentropfen oder Medikamenten, manchmal ist auch ein operativer Eingriff notwendig. Wird ein Glaukom in ganz frühem Stadium entdeckt, stehen die Chancen, die Sehkraft zu erhalten, meist sehr gut.
Unter Katarakt versteht man die Eintrübung der Augenlinse. Die Trübung, die meist im Alter, aber ganz selten auch schon früher auftreten kann, ist von weißlicher bis gelblich-grauer Farbe. Früher, als es moralisch noch verboten war, das Auge zu eröffnen, wusste man nichts von der Existenz der Linse. Deshalb nahm man an, dass bei der Linsentrübung ein Wasserfall oder Katarakt hinter der Pupille das Sehen verschleiert.
Neben verschwommenem Sehen (z.B. wie durch eine Milchglasscheibe) kommen als Symptome noch hinzu: Flecken im Gesichtsfeld, im Anfangsstadium manchmal auch Doppeltsehen, die Farben verblassen. Der Zustand kann fortschreiten und ein erhebliches Visusdefizit mit sich ziehen.
Eine frühe Diagnose und Betreuung durch den Augenarzt unterstützt den Patienten, bis eine Operation notwendig wird. Katarakt- oder Staroperationen sind heute Routineeingriffe mit hohen Erfolgsquoten. In der Regel wird die getrübte Linse durch ein Implantat ersetzt (durch eine Kunstlinse bzw. Intraokularlinse). Oder die fehlende Sehstärke wird nach der Entfernung der getrübten Linse durch Brillengläser oder Kontaktlinsen kompensiert.
Unregelmäßigkeiten auf der Netzhaut (Retina) sind aufgrund der natürlichen Alterung bei älteren Menschen häufiger zu finden. Dadurch verschlechtert sich oft vor allem das zentrale Gesichtsfeld.
Die Fortschritte in Medizin und Augenheilkunde haben die Behandlungsmethoden verbessert. Die Chance, gutes Sehen auch im Alter aufrechtzuerhalten, sind besser als je zuvor. Bei rechtzeitiger Diagnose können zahlreiche Defekte, die das Augenlicht bedrohen, erfolgreich behandelt werden.
Auch wenn manche Veränderungen im Laufe der Jahre unvermeidlich sind, muss heutzutage niemand seine gewohnten Aktivitäten deswegen aufgeben. Eine gesunde Lebensweise und regelmäßige Untersuchungen der Augen helfen Ihnen, auch weiterhin ein produktives und unabhängiges Leben zu führen.